UN: Ländliche Gebiete müssen gestärkt werden

Millionen junger Menschen in Entwicklungsländern werden in den nächsten Dekaden die ländlichen Gebiete verlassen und in die Städte abwandern, um der Armut auf dem Land zu entgehen, wie aus dem aktuellen Bericht „The State of Food and Agriculture 2017“ der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) hervorgeht. Die ländlichen Gebiete wurden aus Sicht der FAO zu lange als Armutsfallen angesehen, seien jedoch tatsächlich ein Schlüssel für Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern.

Zwischen 2015 und 2030 wird der Anteil der 15-24-Jährigen an der Weltbevölkerung voraussichtlich um 100 Millionen auf 1,3 Milliarden Menschen ansteigen. Der Großteil dieses Bevölkerungswachstums wird in Subsahara-Afrika erwartet – insbesondere in den dortigen ländlichen Gebieten.

In vielen Entwicklungsländern – vor allem in Südasien und Subsahara-Afrika – stagniert jedoch das Wachstum im Industrie- und Dienstleistungssektor, sodass diese Bereiche die vielen Arbeitssuchenden nicht aufnehmen werden können. In der derzeitigen Form könne auch der Agrarsektor keine Abhilfe leisten. Statt auf dem Land einen Weg aus der Armut zu finden, werde infolgedessen die Landflucht sowie die saisonale und permanente Migration zunehmen. Die Förderung der ländlichen Gebiete sei daher wichtig, um dringend benötigte Arbeitsplätze zu schaffen und den Menschen auf dem Land so eine andere Perspektive als die Abwanderung zu eröffnen.

Der FAO-Bericht stellt drei Ansätze dar, wie dieser Entwicklung entgegenwirkt werden könne: Erstens müssen die Kleinbauern daran teilhaben, das Bedürfnis der Städte nach Nahrungsmittel zu befriedigen. Möglichkeiten hierzu sieht die FAO in der Stärkung von Land- und Nutzungsrechten, gerechten Zulieferungsverträgen und verbessertem Zugang zu Krediten.

Zweitens müsse die notwendige Infrastruktur aufgebaut werden, um die städtischen Märkte für die ländlichen Gebiete zu erschließen. Insbesondere fehlende Landstraßen, Stromnetze, Lagermöglichkeiten und Kühltransporte hindern in vielen Entwicklungsländern Landwirte, den Bedarf der Städte an frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukten zu decken.

Drittens empfiehlt die FAO, die ländlichen Produktionsgebiete nicht nur mit Großstädten zu verbinden, sondern auch die kleineren Städte und Dörfer einzubeziehen.

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