EHC beteiligt sich an integrativem Modellprojekt in Werdau

European Homecare, das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (BSW) und die Stadt Werdau haben jüngst ein Modellprojekt zur Integration von Migranten in das Wohnumfeld der Kreisstadt in Sachsen und die Unternehmensstruktur des Landkreises Zwickau gestartet. Damit soll die berufliche und soziale Integration von Asylbewerbern und Migranten deutlich verbessert werden. Mit der Auftaktveranstaltung am 1. März begann die aktive Arbeitsphase des Vorhabens.

Ein Ziel der Beteiligten an dem Modellprojekt, zu denen alle wichtigen Entscheidungsträger zur regionalen Fachkräfteentwicklung gehören, besteht darin, zugereiste Fachkräfte in der Region bzw. in der Stadt Werdau sowie ihren Ortsteilen zu halten und sesshaft werden zu lassen. Zu diesem Zweck soll den zugereisten Mitbürgern die Integration in das Leben in der Stadt erleichtert werden. Zum anderen will man diese Migranten in die dort ansässigen Unternehmen eingliedern. So werde die positive Arbeits- und Lebenskultur vor Ort weiterentwickelt und ein friedvolles Zusammenleben unterstützt, erwartet die Stadt Werdau.

Den Zugang zu den Menschen, die von dem Modellvorhaben angesprochen werden, stellen primär die Mitarbeiter von European Homecare in Werdau und die dortige Stadtverwaltung her. Das bietet sich an, weil sowohl die Behörde als auch der Anbieter sozialer Dienstleistungen schon seit vielen Jahren Kontakt zu asylsuchenden bzw. zugereisten Personen haben und dabei viele Erfahrungen im Umgang mit diesen Menschen sammeln konnten. EHC versteht sich dabei als interkultureller Partner des BSW und unterstützt das Projekt mit sozialer Betreuung personell. „Wir kennen die Menschen, die wir betreuen, sind mit ihren Kulturen vertraut und können nicht nur Sprachen, sondern auch Handlungsweisen, Reaktionen und Lebensart dolmetschen“, erläutert der Regionalleiter der EHC in Werdau, Karsten Brückner. Durch ihre besondere Stärke der Interkulturalität biete sich EHC als wichtiges Bindeglied und Mittler zwischen Geflüchteten, Bildungsträgern und Unternehmen der Region an, so Brückner.

Im Rahmen des Projekts wird mit den Migranten eine berufliche Integrationsstrategie erarbeitet, sie bekommen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt und erhalten Hilfestellung beim Erkennen ihrer persönlichen Stärken und Kompetenzen. Die zugereisten Neu-Werdauer werden zudem bei Praktika betreut und über Unterschiede zu ihrem Herkunftsland informiert. EHC bringt sich in das Projekt außerdem in Form von interkultureller Mediation, Deeskalationsmanagement und Seminaren oder Workshops für Multiplikatoren ein. Ferner werden die Geflüchteten durch EHC auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, sie erhalten Computertraining und werden beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen unterstützt.

Die Unternehmen aus der Region wiederum, als künftige Arbeitgeber der Migranten, können aufgrund der Erfahrungen der Projektakteure im Umgang mit zugereisten Personen ihre eigenen Ressourcen entwickeln und Fachkräfte rekrutieren. Den Firmen wird bei den rechtlichen, kulturellen und sozialen Fragen im Zusammenhang mit der Einstellung von Migranten ebenso assistiert wie bei deren Eingliederung in bestehende Teams und der Vermittlung von Unternehmensphilosophien sowie Abläufen und Werten des Umgangs miteinander.

Als wichtige Aufgabe der gemeinsamen Projektarbeit sehen die beteiligten Partner an, das Wort „Willkommenskultur“, das derzeit in aller Munde ist, mit echtem Leben zu füllen. In diesem Sinn will man das Verstehen und das Verständnis anderer Kulturen sowie den Umgang miteinander im betrieblichen Alltag unterstützen und so gelebte Integration fördern.

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